The Sanctuary

Was ist das?

Ein Tierrettungshof (oder Gnadenhof) ist ein Ort, an dem die Tiere für den Rest ihres Lebens in Freiheit und fern jeglicher Ausbeutung leben können. In manchen Fällen, je nach Größe und Lage, sind die Höfe eine Zwischenstation für Tiere, die auf die Adoption durch eine verantwortungsvolle Familie oder Einzelperson warten.

Alle dort durchgeführten Maßnahmen dienen dem Interesse der Tiere und erbringen keinen wirtschaftlichen Nutzen für die Helfer. Die Beziehung zwischen den Menschen und den nicht-menschlichen Tieren basiert auf Respekt und Gleichheit. Es ist daher oberste Priorität den Tieren eine hohe Lebensqualität zu ermöglichen und ihren Bedürfnissen gerecht zu werden, weshalb es manchmal zu Aufnahmeengpässen kommen kann.

Auf den Höfen werden die Tiere nicht in Käfigen oder Zwingern gehalten, wie es meist in Tierheimen üblich ist. Sie können die Umgebung frei erkunden. Die Tiere werden hin und wieder zu ihrer eigenen Sicherheit, und um Stresssituationen zu vermeiden, nach Art voneinander separiert.

Man muss hervorheben, dass Gnadenhöfe nicht ausschließlich dem direkten Wohl der Tiere dienen, sondern auch eine bedeutende Rolle in der Bewusstseinsbildungs- und Aufklärungsarbeit über die gängige Tierausbeutung spielen. Erst durch Achtung und Respekt gegenüber anderen Spezies kann ein Ende der Ausbeutung möglich sein.

Im Gegensatz zu Zoos wird in Tierrettungshöfen das Miteinander von Mensch und Tier gefördert, was eine gleichwertige Behandlung voraussetzt. Auf vielen Höfen ist der Besuch der Öffentlichkeit untersagt, auf einigen sind Besucher zu definierten Zeiten erlaubt, um die internen Abläufe nicht zu stören. Es gibt keine Eintrittsgelder, aber immer die Möglichkeit für die Tiere und Projekte zu spenden.

Auf Höfen wie dem El Hogar wird die vegane Lebensweise als die einzig kongruente angesehen. Vegan zu leben, heißt alle fühlenden Lebewesen zu respektieren und Nahrung tierischer Herkunft oder Produkte, die mit der Ausbeutung von Tieren in Zusammenhang stehen, zu meiden. Nicht-menschliche Tiere sollen weder für Experimente, Kleidung oder Unterhaltungszwecke missbraucht werden.

Zusammenfassend ist das Ziel der Höfe ein Umdenken in der Gesellschaft anzustoßen. Von einer gesellschaftlich mehrheitlichen speziesistischen Weltanschauung (der Voreingenommenheit zugunsten der Interessen der Mitglieder der eigenen Spezies und gegen die Interessen der Mitglieder anderer Spezies) hin zu einer antispeziesistischen, die einen respektvollen und gleichwertigen Umgang zwischen Menschen und Tieren vorsieht.

 

historia refugio de animales

Geschichte unseres Tierrettungshofes

El Hogar Animal Sanctuary wurde 2004 ins Leben gerufen, damals noch unter dem Namen El Hogar de Luci. Im Fokus stand damals die Rettung von Hunden und Katzen aus spanischen Tötungsstationen, “perreras”. El Hogar de Luci nahm die Tiere auf, die am meisten verwundbar waren, weil sie alt und/oder krank waren. Nach der Rettung wurden die Tiere weiter vermittelt an Pflegefamilien oder Tierheime, wo sie besser untergebracht waren.

Mit dem Eintrag ins staatliche Vereinsregister im Jahr 2007 bekommt El Hogar de Luci dann einen offizielleren Charakter. Damit beginnt auch die Aufklärungs- und Sensibilisierungsarbeit des Tierrettungshofs, die bis heute fortgesetzt wurde; mitunter werden Themen wie Kastration und Sterilisation, das Aussetzen von Tieren und der artgerechte und respektvolle Umgang mit Tieren aufgegriffen. Neben den Aktionen und Veranstaltungen zu diesen Themen nimmt der Hof weiterhin Tiere auf und versucht, sie weiter zu vermitteln. In diesen Jahren beginnt auch die politische Tierbefreiungsbewegung hin zu einem antispeziesistischen Denken, welches alle Lebewesen als gleichwertig betrachtet und die Unterdrückung der Tiere aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu einer bestimmten Spezies kritisiert.

El Hogar de Luci beginnt nun auch Tiere anderer Spezies aufzunehmen: Enten, Schweine, Hühner, Schafe und solche Tiere, die als “Nutztiere” angesehen werden und vom Menschen ausgebeutet werden. Tiere, die niemand haben wollte, kamen so auf einen Schutzhof, der ihnen ein artgerechtes Leben in Ruhe und Frieden ermöglicht.

Trotz der geringen finanziellen Mittel der Organisation beschlossen die Mitglieder ein Projekt ins Leben zu rufen, das es in dieser Form in Spanien noch nicht gegeben hatte. Es sollte ein Ort entstehen, an dem viel mehr Tieren eine bessere Zukunft geboten werden kann und all diejenigen dort leben können, die in ihrem Leben unterdrückt, benutzt, einfach vergessen oder absichtlich gequält worden waren.

Dafür benötigte man eine große Fläche Land, die den körperlichen und auch seelischen Bedürfnissen der verschiedenen Tierarten gerecht wurde, wo alle genug Platz finden, um sich wohlzufühlen und zu entwickeln – Hunde, Katzen, Enten und Weidetiere.

In ganz Spanien wurde nach diesem Ort gesucht, der dazu auch noch in das knappe Budget der Organisation passen musste. Schließlich fanden die Mitglieder ein passendes Gebiet in der Comunidad Madrid und begannen dort mit der Errichtung eines Tierrettungshofes.

In der Geschichte der Organisation war das nun eine neue, wichtige Etappe. Darüber hinaus aber war es auch ein Meilenstein in der Geschichte der spanischen Tierrechtsbewegung: der erste Tierrettungshof, auf dem verschiedenste Tierarten zusammen leben würden, war entstanden.

In den folgenden fünf Jahren hat El Hogar de Luci insgesamt 500 Tiere gerettet und aufgenommen, allesamt Opfer von Ausbeutung, extremer Vernachlässigung und Massentierhaltung. 2013 ging die Organisation eine Kooperation ein mit der Organisation ProVegan und benannte sich um in El Hogar ProVegan.

Nachdem die Organisation ProVegan im Jahr 2017 seine Unterstützung zurückgezogen hatte, war der Tierrettungshof gezwungen, das gepachtete Land zu verlassen.

Der Name wurde umbenannt in El Hogar Animal Sanctuary.

Ein neues Gebiet für einen neuen Tierrettungshof, auf den alle Tiere umziehen werden, ist bereits gefunden und gekauft worden, muss aber noch bebaut werden, sodass alle Tiere dort auch wohnen können. Eine crowdfunding-Kapagne wurde gestartet, um das zu ermöglichen.

Unterstütz auch Du das Team des Tierrettungshofes, damit die Tiere weiterhin ein friedliches und sicheres Zuhause haben!

refugio animal vegano

Lerne den neue Tierrettungshof kennen

Hier beginnen wir neu mit dem Gefühl,…
dass wir die jüngste Vergangenheit nun hinter uns lassen können. Trotz unserer aufrichtigen, transparenten Arbeitsweise ist unser Tierrettungshof angegriffen und in sehr ungerechter Weise behandelt worden. Doch wir sehen uns nicht als Opfer dieses Betrugs, sondern schauen nach vorne.
Und wenn wir auf dem neuen Stück Land stehen, wo wir neu beginnen werden, spüren wir, dass es auch den Tieren hier gut gehen wird. Wir haben einen wunderbaren Ort gefunden, wo ihre Wunden heilen wrden. Wir haben viel gelernt aus der schwierigen Zeit und fühlen uns nun stärker und mutiger.

¿Warum haben wir uns für ein Stück Land in Katalonien entschieden?

Das neue Land liegt in Katalonien und wir haben mitunter diesen Teil Spaniens gewählt, weil die meisten Menschen, auch die Behörden, uns hier freundlich und offen entgegen treten. Andere Tierschutzorganisationen sind hier bereits angesiedelt und wir haben viele Menschen aus unserem Team hier kennen gelernt. Einige der freiwilligen Helfer*innen sind nach Katalonien gezogen, und sogar internationale Freiwillige, die uns unterstützen, sind in diesen Teil Spaniens gezogen. Wir werden uns hier sehr wohl fühlen.

Das Gebiet Osona, wo wir wohnen werden, liegt neben der Provinz Girona und ist bekannt für seine blühenden Wiesen voller verschiedener Kräuter und Blumen. Es ist ein Naturschutzgebiet und bekannt für seine wilde Erdbeeren. Außerdem wächst hier Klee und Thymian, es gibt viele Eicheln und Heilpflanzen, wie Wegerich, und Malve, eine Lieblingsspeise unserer älteren Schaafe.

In einem kleinen, sympathischen Dorf namens L’Esquirol haben wir eine passende Finca gefunden. Die Menschen dort sind sehr freundlich und es herrscht eine Ko-Existenz verschiedener Lebensweisen, klassische Viehzüchter leben neben Bio-Bauern.

Die Finca ist ein bescheidenes Häuschen, das auf einem Hügel liegt und eher schwierig zu erreichen ist. Trotzdem schien es uns der perfekt Ort, nicht unähnlich dem Ort in den Bergen des berühmten Films “Heidi”: fernab von der Zivilisation, am Berg gelegen und mit weitläufigen Wiesen. Neben vielen wild wachsenden Pflanzen hat unsere Finca eine große Terasse mit wunderschönem Blick auf ein Stückchen Wald und einen Tümpel. Unsere scheuen Weidetiere, wie die Rehe Ruth und Fantasía und das Wildschwein Kat, finden hier perfekten Unterschlupf zwischen den Bäumen und Felsen am Berg und können sich hier sicher fühlen. Und so werden wir auch mehr von ihren Artgenossen aufnehmen können, die oft der Jagd zum Opfer fallen.

Was uns Sorgen bereitet, ist der Aufbau des neuen Hofes, wir werden viel Zeit, Hilfe und finanzielle Ressourcen dafür brauchen. Aber wir sind motiviert und voller Ideen!

¡Begleite uns auf einem virtuellen Spaziergang durch den neuen Tierrettungshof El Hogar Animal Sanctuary!