Stierkämpfe

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Weit entfernt von dem Bild des “tapferen“ und „aggressiven“ Stieres, das uns die Verfechter der Stierkämpfe übermitteln wollen, sind diese Tiere in Wirklichkeit ruhige und friedliebende Pflanzenfresser. Setzt man sie gefährlichen oder bedrohlichen Situationen aus, sagen ihnen ihre Instinkte, dass sie schnellstmöglich wegrennen sollen.

In der Stierkampfarena versuchen sie vergeblich einen Ausweg zu finden, weshalb sie in den ersten Minuten immer im Kreis laufen – auf der Suche nach einem Fluchtweg. Aber so etwas gibt es für sie nicht und sie müssen sich nun dem Traktat des Toreros und der grölenden Menschenmenge stellen. Die Tiere sehen sich gezwungen anzugreifen, wenn ihnen die Flucht in die Sicherheit nicht gelangt und sie den Männern mit den Lanzen ausgeliefert sind. Tausende Bullen und Färsen werden jedes Jahr während dieser barbarischen Spektakel gejagt und getötet.

Die wahre Natur des Stieres:

 http://www.youtube.com/watch?feature=player_detailpage&v=DBzbu5hdCwE

Die Ausbeutung und Manipulation von Stieren beginnt auf der Weide (span: „dehesa“), auf der sie großgezogen werden. Sie werden dort mit einem glühenden Eisen gebrandmarkt und im Kindesalter von ihren Familien getrennt.

Im Alter von zwei Jahren findet der erste Drill statt. Er dient dazu ihren „Mut“ zu testen und heißt „tienta“. Mit Speeren bewaffnete Männer auf Pferden rennen den Tieren hinterher und provozieren sie. Das geschieht solange bis der Bulle erschöpft zusammen bricht. In den Wochen vor einem richtigen Stierkampf gibt man ihnen Beruhigungsmittel, damit sie schwächer werden und an den unmittelbaren Tagen vor dem Kampf bekommen sie keine Nahrung mehr. Ist der Tag gekommen, treibt man die Bullen von der „dehesa“ in enge Transportboxen, um sie in die Arena zu fahren. In diesen Boxen können sie sich nicht bewegen und reagieren massiv gestresst.

Die Stunden vor dem Kampf hält man sie in einem dunklen Stall ohne Wasser. Man entschärft dann ihre Hörner mit scharfen Zangen und schlägt ihre Körper mit Sandsäcken. Ihre Nieren und Hoden werden mit Stöcken drangsaliert, um die Tiere zu schwächen und auch zu brechen. Vaseline reibt man ihnen in die Augen, damit sie schlechter ihren Feind erkennen können. Außerdem kürzt man ihre Hufen und tränkt diese in Terpentin. Dadurch fühlt es sich für die Stiere an, als brenne der Boden.

Man kann sich leicht vorstellen, dass schon das alles ausreicht, um die Tiere in den Wahnsinn zu treiben. Sie sind äußerst unruhig und versuchen die Schmerzen zu lindern. Das alles dient nur dem Zweck der Glorifizierung des Toreros. Die Folter geht weiter. Oft werden den Bullen Wattebälle in die Nüstern gesteckt, um das Luftholen zu erschweren oder zerknülltes Zeitungspapier in ihre Ohren gesteckt, um das Hören und den Gleichgewichtssinn zu stören.

Dann kommt er – der Moment, in dem sich das Gatter zum Ring öffnet. Die Tiere werden mit Harpunen rausgetrieben, die das Emblem der Familie tragen, der der Bulle gehört („ganadería“). So wird der „Auftritt“ besonders heroisch, da der Stier dadurch gewaltbereit und getrieben vor Wut erscheint.

Bereits durch die Torturen der Wochen vor dem Kampf geschwächt, wartet nun der langsame Tod in der Arena auf sie. Während der nächsten 15 Minuten wird eine Gruppe Männer die wehrlose Kreatur in einem zurechtgelegten Ritual quälen, hetzen, verletzen und dabei von einem vor Erregung und Freude jubelnden Publikum angefeuert werden.

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Im ersten Drittel des Kampfes („suerte de varas“ = Speerkampf) sitzt der Angreifer auf einem Pferd („picador“). Er sticht dem Bullen mit einem speziell angefertigten Speer aus Holz und Metall bis zu 40 cm tief in den Rücken. Manchmal dreht er den steckenden Speer um die eigene Achse, wodurch Haut, Muskeln und Gewebe reißen und stark zu bluten beginnen. Der Schmerz ist entsetzlich. Die Regeln des Kampfes sehen vor, dass dieses initiale Gebaren mindestens zweimal durchgeführt werden muss.

Die hierbei eingesetzten Pferde sind ebenfalls Opfer einer brutalen Industrie. Sie sind meistens alt, ohne kommerziellen Wert und sterben nach zwei bis drei dieser Kämpfe durch die Verletzungen, die ihnen die Stiere zufügen oder durch Knochenbrüche, die bei der Hatz entstehen. Damit sie nicht scheuen, gibt man auch den Pferden im Vorhinein Beruhigungsmittel und schränkt ihr Sichtfeld ein. Besonders perfide ist auch die Tatsache, dass man ihnen die Stimmbänder durchtrennt, damit ihre Schmerzensschreie und Angstrufe nicht das Publikum verschrecken. Sie tragen einen Mantel aus Leder oder festem Stoff, der sie angeblich schützen soll. In Wahrheit aber verdecken sie nur die Wunden aus anderen Kämpfen, manchmal bedeutet das auch hervortretende innere Organe.

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Im zweiten Drittel des Kampfes finden die „banderillas“ ihren Einsatz. Das sind Kampfwerkzeuge, die wie eine Mischung aus Pfeil und Harpune aussehen. Meistens sticht man damit dem Bullen in die bereits von den Picadores getroffenen Stellen. Die scharfe Klinge der banderillas verursacht erneute höllische Schmerzen. Der Torero benutzt nun oft ein rotes Tuch, das sogenannte „muleta“, um die Aufmerksamkeit des Stieres zu gewinnen. Stiere sind farbenblind, der Schmerz ist das, was sie rasend macht.

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Sollte es den Tieren gelingen vor den banderillas zu flüchten, kommen die besonders langen „banderillas de castigo“ zum Einsatz. Ihre Harpune ist 8 cm lang und verursacht noch tiefere Wunden. Es gibt keine Höchstzahl an Angriffen und Stichen, es darf so lange weiter gemacht werden, wie es dem Torero beliebt.

Im letzten Drittel des Kampfes wird der „Höchste Tod“ (span: „Muerte Suprema“) gefeiert. Jetzt greift der Stierkämpfer zu einem 80 cm langen Schwert, dem Estoque. Stiche mit diesem Instrument zerstören nun innere Organe wie Leber, Zwerchfell, Lunge, Bauchfell und weitere. Ab jetzt heißt der Torero „Matador“, denn sein Ziel ist es den Stier zu töten. Gelingt das nicht mit dem ersten Hieb, folgen manchmal bis zu zehn weitere. Werden größere arterielle Blutgefäß getroffen, quillt das Blut aus Nasen und Mund des Tieres. Sie schreien und wähnen ihren Mörder nur noch durch den verschwommenen Blick eines Sterbenden.

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Diese Tiere zeigen oft einen ungeheuren Überlebenswillen und verlängern dadurch grausamerweise ihren vorprogrammierten Tod. Der Matador wird irgendwann zur „puntilla“ greifen und damit den letzten Todesstoß ausführen – einen Stich zwischen die Halswirbel, der das Rückenmark durchtrennt. Der Stier fällt zu Boden und das Publikum glaubt, er sei tot. Oftmals aber ist das Tier auch dann noch bei Bewusstsein und erlebt den letzten Akt bei lebendigem Leibe. Die Trophäen, Schwanz und Ohren, werden ihm abgetrennt und dem „mutigen“ Mörder übergeben. Dies wird manchmal sogar von Kindern gemacht.

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Die Blutorgie kommt zu ihrem Ende. Was übrig ist, ist ein ehemals mutiges und Ehrfurcht einflößendes Lebewesen, dessen toter Leib nun von Pferden aus der Arena gezogen wird. Dann schneidet man ihn in Stücke und verkauft das Fleisch zum Verzehr.

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Der Mob wird wahnsinnig vor Begeisterung – er will das Blutvergießen und den Tod. Der Stier tritt in die Arena ohne zu wissen, was ihn erwartet. Die Freude am Quälen, das Freudenfest der Barbarei, Trompeten und Hörner, die den grausamen Tod ankündigen. Der Mörder läuft umher, euphorisch und Stolz ohne eine Spur von Schamgefühl für das unterlegene Opfer. Das Tier liegt danieder, gedemütigt und verletzt, gequält bis zum letzten Atemzug.

Das ist keine Kunst, kein Fest, kein Akt der Tapferkeit, das ist einzig und allein eine bestialische Rechtfertigung für Gewalt und Schmerzen.

Von Animanaturalis: The truth behind bullfighting.

http://www.youtube.com/watch?feature=player_detailpage&v=Uktf-yO3gHw

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(Text zu „Anatomie des Leidens“)

Estoque (Schwert): wird zwischen die Rippen gestochen und verletzt: Herz (1), Lungen (2) und große Blutgefäße. Je nach Einstoßwinkel können auch der Bauchraum mit Magen, Leber, Bauchspeicheldrüse und Milz getroffen werden.

Banderillas (Harpunen): Muskeln (4) und Haut.

Puya, pica o vara (Speere): verletzen Haut und Muskelgewebe des Rückens, aber auch die Wirbelsäule.

Descabello (Messer): verletzt die Wirbelsäule und die Schädelknochen, sowie die oberen Halswirbel. Dadurch wird das Rückenmark durchtrennt und die Hauptfunktionen des Körpers unterbrochen.

Weiterführende Links:

Abschneiden der Ohren und des Schwanzes bei vollem Bewusstsein des Tieres:  http://www.youtube.com/watch?feature=player_detailpage&v=G219OiLCNro

Qual und Tod in der Arena:

 http://www.youtube.com/watch?feature=player_detailpage&v=jBfN6J8Ni4Q

Die Wahrheit über Stierkämpfe:

 http://www.youtube.com/watch?feature=player_detailpage&v=w-bxZrzswyI

 http://www.youtube.com/watch?feature=player_detailpage&v=4IcuIAxWcio

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